Der Besuch eines Volksfests am Chiemsee wird am Sonntagnachmittag für CSU-Chef Söder ungemütlich. Eine Tomate fliegt, ein Mann wird festgenommen. Was dahintersteckt, bleibt auch am Tag danach unklar.
Nach dem Tomatenwurf auf Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bleibt die Motivlage des Täters weiter unklar. Polizei und Staatskanzlei wollten sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht zu den bisher gewonnenen Erkenntnissen äußern, sie begründeten dies mit dem „laufenden Verfahren“. Söder war bei dem Wurf zwar getroffen, aber nicht verletzt worden. Die Kriminalpolizei Rosenheim leitet die Ermittlungen.
Am Sonntagnachmittag war es bei einer Veranstaltung am Chiemsee zu dem Vorfall gekommen, bei dem Söder mit einer Tomate beworfen worden war. Bei dem Fest feierte die Gemeinde Bernau am Chiemsee ihr 1.100-jähriges Bestehen. Auf einem von der „Bild“-Zeitung im Internet veröffentlichten Video des Vorfalls ist zu sehen, wie die Sicherheitsbeamten von Söder auf dem Festgelände einen Mann überwältigten und zu Boden drückten. Herbeigerufene Polizisten legten ihm Handschellen an.
Um den Mann herum liegen mehrere Tomaten auf dem matschigen Boden. Geworfen hatte er nach dpa-Informationen aber nur eine Tomate. Söder selbst ging im Hintergrund weiter und wischte sich mit einem Taschentuch das linke Ohr sauber. Öffentlich geäußert hatte sich Söder zu dem Vorfall bislang nicht - am Abend hatte er auf der Plattform X ein Foto von einer Jubiläumsfeier gepostet, ohne den Vorfall zu erwähnen.
Grünen-Landtagsfraktionschefin Katharina Schulze verurteilte den Angriff: „Man wirft nichts auf Menschen, weder Tomaten noch Steine. Das bringt man schon kleinen Kindern bei.“ Der ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei alles ganz schnell gegangen. Die LKA-Mitarbeiter hätten jedoch äußerst professionell reagiert und in Sekundenschnelle zugegriffen. „Der Ministerpräsident blieb sehr souverän, wischte sich die Tomate einfach weg und dann war auch schon wieder alles in Ordnung.“
Für den CSU-Chef war es nicht der erste Vorfall, bei dem er mit einem Wurfgeschoss attackiert wurde. 2022 hatte ein 44-Jähriger ihn auf einem Feuerwehrfest in Taching am See mit zwei Eiern beworfen, diese hatten aber Söder nicht getroffen. Gegen den Mann wurde damals wegen versuchter Körperverletzung ein Strafverfahren eingeleitet.
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