Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor einer neuen Betrugsmasche, bei der russischsprachige Bürger gezielt angesprochen werden. Die Täter geben sich als Polizisten aus. In Amberg und in Regensburg kam es zu mehreren Vorfällen.
Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor einer neuen Variante des Callcenter-Betrugs, bei der russischsprachige Bürger gezielt angesprochen werden. Wie die Polizei mitteilt, geben sich die Täter als Polizisten aus und versuchen, durch Schockanrufe Bargeld oder Wertgegenstände zu erbeuten. Mit der vertrauten Sprache wollen sich die Täter das Vertrauen der Opfer schnell erschleichen und diese zur Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen drängen. In der Oberpfalz wurden bereits mehrere Fälle gemeldet, bei denen die Betrüger erfolgreich waren.
Am Montag, 27. April, kam es unter anderem in Amberg zu einer Geldübergabe durch diese Masche. Im Tatzeitraum zwischen 16 und 21.30 Uhr rief ein bislang unbekannter Täter bei einer 68-jährigen Deutschen mit kasachischen Wurzeln an und sprach auf Russisch mit der Frau. Unter dem Vorwand des Schockanrufs und der Zahlung einer Kaution übergab die 68-Jährige einen mittleren vierstelligen Bargeldbetrag an einen bislang unbekannten Täter. Erst kurze Zeit nach der Übergabe erkannte die eintreffende Tochter den Betrug und rief die Polizei.
Der Abholer in Amberg wird wie folgt beschrieben:
Die Kriminalpolizei Amberg ermittelt und bittet um Hinweise. Zeugen, die am Montagabend, 27. April, zwischen 16 Uhr und 21.35 Uhr im Bereich der Schlachthausstraße / Florianstraße / Amselweg / Lerchenstraße in Amberg verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sollen sich telefonisch an die Kriminalpolizeiinspektion Amberg unter der Nummer 09621/890-0 wenden.
Auch in Regensburg kam es am Montag zu zwei ähnlichen Vorfällen. Ein falscher Polizist rief bei einer russischsprachigen Seniorin an und gab sich als Polizeibeamter aus. Mit der Masche des Schockanrufs gab er an, dass die Tochter und der Schwiegersohn in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt worden seien und eine Kaution gezahlt werden müsse. Auch hier fand das Gespräch in russischer Sprache statt. Ein Abholer kam dreimal zur Wohnung der Seniorin in der Friedrich-Ebert-Straße und erbeutete insgesamt einen hohen fünfstelligen Bargeldbetrag. Rund eine Stunde nach der letzten Geldübergabe erkannte die Tochter der betroffenen Frau den Betrug und rief die Polizei.
Der Geldabholer wird wie folgt beschrieben:
Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg ermittelt in diesem Fall und bittet um Zeugenhinweise: Haben Sie am 27. April im Zeitraum zwischen 17.30 Uhr und 19 Uhr verdächtige Beobachtungen gemacht, die mit dem Vorfall in Zusammenhang stehen? Dann wenden Sie sich bitte an die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg unter der Telefonnummer 0941/506-2888.
Zu einem weiteren Callcenter-Betrug durch die gleiche Masche kam es am Montagnachmittag auch in der Prüfeninger Straße in Regensburg. Gegen 13.30 Uhr rief ein bislang unbekannter Täter bei einem ukrainisch-deutschen Ehepaar an und forderte durch einen Schockanruf Bargeld von den Senioren (89-Jähriger und 84-Jährige). Im weiteren Verlauf des Gesprächs kam es zur Übergabe einer niedrigen vierstelligen Summe. Ein Tatzusammenhang mit dem Geldabholer des ersten Falls wird von der Kriminalpolizei Regensburg geprüft. Auch in diesem Fall werden Zeugen gesucht.
Ein Zusammenhang zwischen den Fällen wird derzeit geprüft. Die Kriminalpolizeiinspektionen Regensburg und Amberg stehen hierbei in engem Austausch. Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt in der Pressemitteilung eindringlich vor dieser und ähnlichen Betrugsmaschen und empfiehlt, bei solchen Anrufen sofort aufzulegen und sich nicht selbst in Gefahr zu bringen.
Weitere Tipps der Polizei gegen Callcenter-Betrüger und falsche Polizisten: