Siemens baut KI-gesteuerte Fabrik | Amberg24

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
vor 8 Stunden
Die neue Fabrik (farblich gekennzeichnet) soll auf dem jetzigen Parkplatz vor dem Haupteingang entstehen. (Bild: Siemens AG)
Die neue Fabrik (farblich gekennzeichnet) soll auf dem jetzigen Parkplatz vor dem Haupteingang entstehen. (Bild: Siemens AG)
Die neue Fabrik (farblich gekennzeichnet) soll auf dem jetzigen Parkplatz vor dem Haupteingang entstehen. (Bild: Siemens AG)
cancel
info
Die neue Fabrik (farblich gekennzeichnet) soll auf dem jetzigen Parkplatz vor dem Haupteingang entstehen. (Bild: Siemens AG)

Siemens baut KI-gesteuerte Fabrik

In Amberg soll bis 2030 eine neue, moderne Fabrik von Siemens entstehen. KI soll dort eine wichtige Rolle spielen.

Da, wo aktuell noch Autos über Autos parken, soll in vier Jahren die neue, hochmoderne und mit Künstlicher Intelligenz (KI) gesteuerte Fabrik von Siemens Amberg stehen. Wie ein Pressesprecher des Konzerns auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien erklärt, soll die neue Halle – die wahlweise „Zukunftsfabrik“ oder „Smart Factory“ genannt wird – auf dem großen Parkplatz vor dem Haupteingang gebaut werden. Eine von Siemens veröffentlichte Grafik zeigt, dass die neue Fabrik rund zwei Drittel des Parkplatzes schlucken wird.

Für rund 200 Millionen Euro will Siemens dort bis 2030 eine „intelligente Fabrik für den Geschäftsbereich Smart Infrastructure“ errichten, wie der Konzern am Mittwoch mitteilt. Das betrifft in Amberg das Gerätewerk (GWA). „Damit möchte Siemens den steigenden Bedarf an elektronischen High-Tech-Produkten decken und künftig die Flexibilität in der Produktion erhöhen.“ Zudem seien weitere Investitionen in die Modernisierung und Dekarbonisierung des Standortes geplant.

„Durch den Einsatz industrieller Künstlicher Intelligenz, digitaler Zwillinge und modernster Automatisierung stärken wir Wettbewerbsfähigkeit und schaffen zukunftsfähige Arbeitsplätze. Ein Beitrag auch für ein starkes Industrieland Deutschland“, sagt Siemens-Chef Roland Busch in der Mitteilung, der auch betont: „Diese Investition ist ein klares Bekenntnis zum Standort.“

Betriebsrat glücklich

Siemens Amberg war zuletzt eher durch schlechte Nachrichten aufgefallen. Im Elektronik-Werk (EWA) werden bis Ende 2027 rund 270 Jobs gestrichen. Spricht man nun mit Mitarbeitern, hört man durchaus eine Erleichterung heraus: Die geplante neue Fabrik, die weiteren Investitionen – das sei schon eine Hausnummer, das sei schon sehr wichtig für den Standort. „Wir sind natürlich glücklich und froh“, erklärt Manuel Stöbig, Siemens-Betriebsratsvorsitzender in Amberg, am Mittwoch in einer ersten Stellungnahme auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. „Das ist ein Bekenntnis von Siemens zum Standort Amberg.“ Mehr könne er dazu aktuell aber noch nicht sagen. Die Details sollen den Mitarbeitern erst in den nächsten Tagen mitgeteilt werden.

In der neuen Fabrik will Siemens „eine selbstlernende, autonome und hochflexible Produktion aufbauen, die von künstlicher Intelligenz mitgesteuert wird“, heißt es in der Konzernmeldung weiter. Damit möchte das Unternehmen den Betrieb nicht nur effizienter und nachhaltiger gestalten, sondern auch flexibler machen – etwa, um auf neue Anforderungen und Entwicklungen im Markt schneller reagieren zu können.

Kein Stellenabbau geplant

Dem Unternehmen sei wichtig, die insgesamt rund 2400 Amberger Mitarbeiter im Geschäftsbereich Smart Infrastructure beim digitalen Wandel mitzunehmen und auch künftig Arbeitsplätze am Standort zu sichern. Dafür bilde Siemens seine Mitarbeiter umfassend weiter und bereite sie auf die veränderten Aufgaben in einer digitalisierten Fabrik vor. In der künftigen Fertigung werde vor allem KI eine wichtige Rolle spielen: Dabei wird die KI laut Siemens ständig mit Echtzeitdaten gespeist, um Auftragsplanung und -realisierung sowie Materialtransport und Anlagensteuerung bestmöglich aufeinander abzustimmen – und laufend zu optimieren. Darüber hinaus werde die neue Fabrik über eine vollautomatisierte Logistik verfügen, mit fahrerlosen Transportsystemen und humanoider Robotik. Ein Reinraum für die Elektronikproduktion sei ebenfalls integraler Bestandteil.

Amberg mit seinen beiden Siemens-Werken EWA und GWA und rund 4500 Mitarbeitenden ist ein wichtiger Fertigungs- und Entwicklungsstandort für Siemens. Dort werden derzeit Schalt-, Schutz- und Überwachungsgeräte für industrielle Anwendungen produziert und entwickelt – sowie Industriesteuerungen im Werk des Geschäftsbereich Digital Industries.

Sobald der Neubau in Amberg steht, sollen die Mitarbeiter der alten Hallen in die neue Fabrik ziehen, erklärt Florian Martini, Leiter der Siemens-Medienabteilung für die Bereiche Smart Infrastructure/Digital Industries, gegenüber Oberpfalz-Medien. Zwei der alten GWA-Hallen sollen danach rückgebaut werden, die anderen modernisiert. Die laufende Produktion soll davon allerdings nicht beeinträchtigt werden. Einen Stellenabbau im Zuge der ganzen Veränderungen soll es laut Martini – „Stand heute“ – ebenfalls nicht geben.

Wege lang, Boden uneben

Das bestätigt auch Bernhard Lott. Weil die Gebäude zum Teil aus den 1950er-Jahren stammen, stoße man in Amberg mittlerweile an „bauliche Grenzen“, erklärt der Siemens-Sprecher für den Standort Amberg. Für eine moderne, KI-basierte Produktion seien die alten Hallen nicht geschaffen. Für das automatisierte Transportsystem etwa seien die Wege „zu lang“, zudem sei der Boden dort zum Teil „uneben“, sagt Lott. Deswegen müsse man modernisieren, deswegen müsse man auch neu bauen. „Wir wollen den Standort damit zukunftssicher machen“, sagt Lott, der auch von „mehr Wachstum, mehr Innovation und mehr Resilienz“ spricht.

Auch in der Politik nimmt man die Siemens-Entscheidung wohlwollend zur Kenntnis. Sowohl Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) als auch Ambergs scheidender Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) sprechen in Pressemitteilungen von einem „klaren Bekenntnis“ zum Standort Bayern und Amberg. Die Investition sei ein „unschätzbarer Gewinn“, sagt Cerny. „Für uns in Amberg bedeutet diese Entscheidung in erster Linie die Festigung als Innovationsstandort und die Sicherung von High-Tech-Arbeitsplätzen für die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort.“

Auf dem großen Parkplatz vor dem Haupteingang von Siemens Amberg soll eine neue, KI-gesteuerte Fabrik entstehen. Für rund 200 Millionen Euro baut Siemens dort bis 2030 eine „intelligente Fabrik für den Geschäftsbereich Smart Infrastructure”, wie der Konzern am Mittwoch mitteilt. In der neuen Fabrik will Siemens „eine selbstlernende, autonome und hochflexible Produktion aufbauen, die von künstlicher Intelligenz mitgesteuert wird”, schreibt der Konzern weiter. Damit möchte das Unternehmen den Betrieb nicht nur effizienter und nachhaltiger gestalten, sondern auch flexibler machen – etwa, um auf neue Anforderungen und Entwicklungen im Markt schneller reagieren zu können.

 
north