Verschwundene Bäume: Stadt Amberg reagiert auf Bund-Naturschutz-Kritik | Amberg24

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Nach der Kritik des Bunds Naturschutz, dass viele Bäume aus dem Amberger Stadtgebiet verschwunden sind, hat nun die Stadt gekontert.  (Bild: san)
Nach der Kritik des Bunds Naturschutz, dass viele Bäume aus dem Amberger Stadtgebiet verschwunden sind, hat nun die Stadt gekontert. (Bild: san)
Nach der Kritik des Bunds Naturschutz, dass viele Bäume aus dem Amberger Stadtgebiet verschwunden sind, hat nun die Stadt gekontert. (Bild: san)
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Nach der Kritik des Bunds Naturschutz, dass viele Bäume aus dem Amberger Stadtgebiet verschwunden sind, hat nun die Stadt gekontert. (Bild: san)

Verschwundene Bäume: Stadt Amberg reagiert auf Bund-Naturschutz-Kritik

Der Bund Naturschutz hat angeprangert, dass einige Bäume aus Ambergs Stadtbild verschwunden sind. Die Reaktion der Stadt ließ nicht lange auf sich warten.

Eine kleine Tour hatte die Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Amberg-Kümmersbruck in der Woche nach Ostern organisiert – zu Baumstümpfen, um deutlich zu machen, dass aus dem Amberger Stadtbild einige Bäume verschwunden sind. Angesteuert wurde zum Beispiel die Einfahrt zum neuen Dultplatz an der Werner-von-Siemens-Straße gegenüber der Georg-Hilbenz-Straße, aber auch der Kochkeller, die Luitpoldschule und der Bereich an der Allee gegenüber der Ostbayerischen Technischen Hochschule.

Auf die BN-Kritik reagiert nun die Stadt Amberg. Deren Pressesprecher Simon Hauck stellt klar, „dass Baumfällungen grundsätzlich nicht leichtfertig erfolgen, sondern stets auf fachlicher Grundlage sowie unter Abwägung rechtlicher, technischer und ökologischer Aspekte”. Entgegen der im Artikel wiedergegebenen Vermutung würden Bäume nicht aufgrund einfacher Wurzelanhebungen entfernt”, so Hauck weiter. Konkret hatten dies die BN-Mitglieder am Übergang vom Parkplatz des Hockermühlbades zur Fußgängerampel an der Hockermühlstraße moniert. „In der Regel werden in solchen Fällen bauliche Anpassungen vorgenommen, um den Baum zu erhalten”, so Hauck. Fällungen erfolgen seinen Angaben nach ausschließlich in begründeten Ausnahmefällen. Als Beispiele für diese begründete Ausnahmefälle nennt Hauck notwendige Infrastrukturmaßnahmen wie Kanalbau, Leitungsverlegungen und Straßenumbau sowie „nicht mehr standsichere beziehungsweise abgängige Bäume”.

Eschentriebsterben und Trockenstress

In der Stellungnahme aus der Pressestelle ist die Rede davon, dass im Jahr 2025 im Stadtgebiet insgesamt circa 100 Bäume gefällt worden seien. 48 von ihnen seien vom Eschentriebsterben betroffen gewesen. „Die übrigen Bäume wiesen überwiegend erheblichen Trockenstress auf und mussten aufgrund ihrer Abgängigkeit sowie teilweise abgestorbener Kronenteile aus Gründen der Verkehrssicherheit entfernt werden”, schreibt Hauck. Mehrere der im Artikel genannten Baumstandorte stünden im Zusammenhang mit laufenden oder kürzlich abgeschlossenen Baumaßnahmen, insbesondere im Bereich der Werner-von-Siemens-Straße und des Dultplatzes. Dort seien Eingriffe im Zuge von Kanalbaumaßnahmen sowie der Anlage eines Radwegs zwingend erforderlich gewesen. „Die betroffenen Bäume sind Teil einer Gesamtmaßnahme, für die entsprechende Ersatzpflanzungen vorgesehen sind”, so Hauck weiter.

Bereits umgesetzt beziehungsweise geplant seien unter anderem Ersatzpflanzungen wie zum Beispiel Spitzahorn. „Weitere Nachpflanzungen erfolgen nach Abschluss der Bauarbeiten sowie nach geeigneter Vorbereitung der Standorte”. Weiter geht Hauck auf die Kritik der BN-Ortsgruppe ein, dass Nachpflanzungen ausbleiben. Dies sei in vielen Fällen auf technische Abläufe zurückzuführen, erläutert Hauck. So müssten beispielsweise Baumstümpfe zunächst entfernt und Standorte fachgerecht vorbereitet werden. „Pflanzungen erfolgen aus fachlichen Gründen überwiegend im Herbst”, informiert der städtische Pressesprecher.

Im Herbst 49 Bäume neu gepflanzt

Simon Hauck erwähnt, dass 2025 in der Herbstpflanzsaison 49 Bäume neu gepflanzt worden seien. In der darauffolgenden Frühjahrspflanzsaison seien – einschließlich Ersatzpflanzungen im Zuge von Bauvorhaben – weitere 60 Bäume hinzugekommen. „Damit wird deutlich, dass die Stadt Amberg ihrer Verpflichtung zur Nachpflanzung kontinuierlich nachkommt”. Auch sei eine unmittelbare Nachpflanzung nicht an jedem Standort möglich, schreibt Hauck mit Verweis auf unterirdische Leitungen für Gas, Wasser und Strom, ungeeignete Bodenverhältnisse oder langfristige Planungen wie Hochwasserschutzmaßnahmen. „In solchen Fällen erfolgt der Ausgleich an geeigneteren Stellen im Stadtgebiet.”

Die Stadt kritisiert außerdem, dass Mitglieder des BN vereinzelt Alter und Bedeutung gefällter Bäume „spekulativ bewertet” hätten. Diese Einschätzungen entsprechen, so Hauck, „nicht den fachlichen Bewertungen”. Insbesondere handle es sich bei den genannten Bäumen nicht um „gesetzlich geschützte Naturdenkmäler”. Hauck verweist außerdem auf die gezielte Verbesserung von Baumstandorten und Förderprogramme, um „langfristig lebensfähige Baumquartiere zu schaffen”. Kurzfristige Pflanzungen ohne nachhaltige Standortverbesserung wären laut Stellungnahme der Stadt „fachlich nicht zielführend”. Hauck erwähnt, dass die von BN-Mitgliedern kritisierte Verpflanzung eines Großbaums „ausdrücklich eine Maßnahme zum Baumerhalt darstellt”. Den neuen Standort sei durch Fachpersonal sorgfältig ausgewählt worden.

Im regelmäßigen Austausch

Abschließend merkt Hauck noch an, dass die Stadt im regelmäßigen und kontinuierlichen Austausch mit Vertretern des Bunds Naturschutz stehe. Auf der Suche nach möglichen Standorten für Nachpflanzungen seien der Rat des BN eingeholt und die vorgeschlagenen Standorte in die weiteren Planungen entsprechend mit einbezogen worden.

 
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