Warnstreik im Nahverkehr: Wo und warum was nicht fährt | Amberg24

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Am Freitag und Samstag will Verdi den Nahverkehr in mehr als einem Dutzend bayerischen Städten bestreiken. (Archivbild) (Bild: Stefan Puchner/dpa)
Am Freitag und Samstag will Verdi den Nahverkehr in mehr als einem Dutzend bayerischen Städten bestreiken. (Archivbild) (Bild: Stefan Puchner/dpa)
Am Freitag und Samstag will Verdi den Nahverkehr in mehr als einem Dutzend bayerischen Städten bestreiken. (Archivbild) (Bild: Stefan Puchner/dpa)
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Am Freitag und Samstag will Verdi den Nahverkehr in mehr als einem Dutzend bayerischen Städten bestreiken. (Archivbild) (Bild: Stefan Puchner/dpa)

Warnstreik im Nahverkehr: Wo und warum was nicht fährt

Im Tarifkonflikt will die Gewerkschaft Verdi den Nahverkehr in mehr als einem Dutzend Städten lahmlegen. Ein Überblick über die Pläne und ihre Folgen.

Am Freitag und Samstag macht Verdi mit ganztägigen Warnstreiks im Nahverkehr Druck. Die Einschränkungen dürften erneut groß werden. Ein Überblick.

Wann und wo wird gestreikt?

Für insgesamt 13 Städte sind jeweils zweitägige Warnstreiks angekündigt, also von Betriebsbeginn am Freitagmorgen bis Betriebsende am späten Samstag beziehungsweise frühen Sonntag. 

In Bayern sind laut Verdi die fünf größten bayerischen Städte München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt betroffen, zudem Fürth, Bamberg, Passau, Landshut, Schwabach, Bayreuth, Schweinfurt und Dachau. Weitere könnten hinzukommen. Auch in anderen Teilen Deutschlands wird gestreikt.

Was fährt – und was nicht?

Die Erfahrungen mit den bisherigen Warnstreiks zeigen, dass in der Regel U-Bahnen und Trams ganz oder weitgehend ausfallen, Busse teilweise. S-Bahnen und Regionalzüge und -busse fahren dagegen. 

Das liegt am Geltungsbereich des Tarifvertrags, um den es in den Warnstreiks geht: S-Bahn, Züge und Regionalbusse haben andere Betreiber und sind daher nicht betroffen. 

Beim Stadtbusverkehr gibt es häufig eine Mischung aus von den Stadtwerken selbst betriebenen und von externen Unternehmen gefahrenen Linien. Hier fallen meist vor allem die selbst betriebenen Linien aus. In München sind das beispielsweise die Nummern bis 199. In der Regel stellen die Verkehrsunternehmen für die Streiktage eingeschränkte Notfahrpläne für den Busverkehr auf. 

Bei U-Bahn und Tram gibt es in der Regel keine externen Dienstleister, hier kommt es auf die Streikbeteiligung an, ob einzelne Linien bedient werden können. 

Wie können Pendler mit der Situation umgehen?

Die Stadtwerke raten meist, auf das auszuweichen, was fährt – also S-Bahnen, Regionalzüge und -busse oder den Notfahrplan. Wer aufs Auto umsteigt oder Fahrgemeinschaften bildet, sollte auf jeden Fall mehr Zeit mitbringen. Bei den letzten Warnstreiks hatte es in München und Nürnberg deutlich mehr Stau gegeben als an normalen Tagen.

Auch aufs Fahrrad umzusteigen, ist eine Möglichkeit, sofern die Strecken nicht zu weit sind. Das Wetter zumindest soll trocken und nicht allzu kalt werden. Teilweise stellen die Stadtwerke auch ihre Leihfahrräder an den Streiktagen gratis zur Verfügung. 

Eine Ausrede einfach nicht zur Arbeit zu kommen, ist der Warnstreik nicht: „Jeder Einzelne ist arbeitsrechtlich selbst dafür verantwortlich, pünktlich am Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu erscheinen“, heißt es von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft.

Sind wieder Großereignisse betroffen?

In München und Nürnberg stehen am Freitag und Samstag keine Fußballspiele mit hohem Zuschaueraufkommen an, FC Bayern, Club und 1860 spielen am Wochenende auswärts.

In Augsburg sieht es schlechter aus: Der FCA empfängt am Freitagabend Köln. Hier laufen den Stadtwerken zufolge derzeit noch Abstimmungen zwischen Ordnungsbehörden und Vereinen. In Fürth gibt es zudem am Samstagabend ein Zweitliga-Spiel gegen Schalke.

Warum wird gestreikt?

Bundesweit laufen die Tarifverhandlungen im Nahverkehr zwischen Verdi und den kommunalen Arbeitgebern. In Bayern fordert die Gewerkschaft Verdi für die etwa 9.000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen, für die der Tarifvertrag gilt, unter anderem eine Entgeltsteigerung um 668,75 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Bislang gibt es keine nennenswerte Annäherung. Der Kommunale Arbeitgeberverband hatte die Warnstreiks zuletzt kritisiert. Die Forderungen der Gewerkschaft seien nicht erfüllbar.

© dpa-infocom, dpa:260225-930-733896/1

 
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