Kirwa-Kira in Aschach: Baumaufstellen – von Hand | Amberg24

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vor 6 Stunden
Zentimeter für Zentimeter schieben die Männer den Baum nach oben. (Bild: knz)
Zentimeter für Zentimeter schieben die Männer den Baum nach oben. (Bild: knz)
Zentimeter für Zentimeter schieben die Männer den Baum nach oben. (Bild: knz)
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Zentimeter für Zentimeter schieben die Männer den Baum nach oben. (Bild: knz)

Kirwa-Kira in Aschach: Baumaufstellen – von Hand

Nicht jede Kirwagemeinschaft stellt ihren Kirwabaum noch von Hand auf. In Aschach wird aber noch mit den traditionellen Schwalben gearbeitet, um den Baum von der Horizontalen in die Vertikale zu bringen. Kirwa-Kira war für euch dabei.

Wenn man seine Spitze ansehen will, sticht die Sonne in die Augen. So hoch ist der Kirwabaum in Aschach. „Wir hatten auch schon höhere”, sagt einer der Kirwaburschen. Rund 30 Meter ragt der Baum in die Höhe, dekoriert mit handgebundenen Kränzen, blau-weißen Bändern im Zweig-Schopf und „eleganten” Schnitzereien.

Aufgestellt wird in Aschach noch mit der Hand statt mit dem Kran. Dazu braucht es einige Dinge: die sogenannten Schwalben, das sind lange Stöcke, die jeweils in Paaren am dünnen Ende mit einem Seil verbunden sind, etwa 40 mehr oder weniger starke Männer, die den zunächst im Gras liegenden Baum nach oben stemmen, und einen Kapo, der weiß, wie es geht. Das ist hier der Räis, offiziell Andreas Schäffer.

Hoch, hoch, hoch

Räis hat schon einige Bäume dazu gebracht, sich aufzurichten. Mit durchaus bestimmtem Ton – „ihr Hundskrippln” – befiehlt er den Männergruppen an den Schwalben, in welche Richtung es gerade gehen muss. Nach außen, nach innen, hoch, hoch, hoch! Und das, bis die Stimme weg ist. Zum Glück ist der Ausschank im Festzelt schon angeschlossen. Natürlich nur, um die Stimme zu ölen.

Die Männer stöhnen unter dem tonnenschweren Baum. Nur zentimeterweise bewegt er sich langsam nach oben. Für einen besseren Griff haben die Männer sogenannte Riegel an die Schwalben gespannt, also kinderbeinlange Holzstücke, die auf Hüfthöhe an die Äste gekettet sind. Nur gemeinsam klappt diese anstrengende Aufgabe. „Aber das ist das Schöne”, sagt Räis, „hier wird noch richtig zusammengehalten”.

Vier Stunden später

Immer wieder gibt es eine Pause, in der der Baum auf die Schwalben gestützt ein paar Meter hoch in der Luft hängt. Unter der wippenden Spitze darf schon lange niemand mehr durchgehen – zu gefährlich, findet Räis. Nach etwa vier Stunden steht der Baum schon fast vertikal. Man könnte meinen, jetzt ist die Arbeit erledigt.

Aber noch muss der Baum in seinem betonierten Baumloch befestigt werden, damit er sicher steht und nicht umkippen kann. Mit einem Maßkrug, der wie ein Pendel an ein neonoranges Abschleppseil gebunden ist, kontrolliert einer der ehemaligen Kirwaburschen, ob der Baum denn auch gerade steht. Und dann kann die Kirwa endlich starten.

 
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