Der VfB bringt einen Harsh-Vocals-Workshop nach Amberg | Amberg24

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Metal-Sängerin Britta Görtz kommt für einen Workshop zu Metal-Gesangstechniken im Dezember nach Amberg. (Bild: Paul Verhagen)
Metal-Sängerin Britta Görtz kommt für einen Workshop zu Metal-Gesangstechniken im Dezember nach Amberg. (Bild: Paul Verhagen)
Metal-Sängerin Britta Görtz kommt für einen Workshop zu Metal-Gesangstechniken im Dezember nach Amberg. (Bild: Paul Verhagen)
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Metal-Sängerin Britta Görtz kommt für einen Workshop zu Metal-Gesangstechniken im Dezember nach Amberg. (Bild: Paul Verhagen)

Der VfB bringt einen Harsh-Vocals-Workshop nach Amberg

In Amberg lebt die Metal-Szene auf: Der Verein „Vollgas für Blastbeats” bringt Metal-Ikone Britta Görtz nach Amberg. Sie wird an zwei Tagen einen „Harsh-Vocals-Workshop” im Trio veranstalten. Außerdem steht ein weiteres Konzert an.

In Amberg ist nichts los? Keine Angebote für Leute, die sich in der Subkultur daheim fühlen? Wer so denkt, hat offenbar noch nicht mitbekommen, was der Amberger VfB so alles auf die Beine stellt. VfB heißt „Vollgas für Blastbeats“. Und der Name ist Programm. Die Mitglieder um den Vorsitzenden Timo Schertel haben es sich zur Aufgabe gemacht, internationale wie regionale Bands aus praktisch allen Sparten des Metal nach Amberg zu holen, Workshops zu organisieren, gemeinsam auf Konzerte zu fahren – kurz gesagt, ihr Ziel ist es, Amberg zu einer bekannten Größe in der Metalszene zu machen.

Dementsprechend wirklich einmalig dürften zwei Workshops am Dienstag, 1. Dezember, und Mittwoch, 2. Dezember, im Amberger Trio sein. Drei Stunden lang dreht sich dann alles um „Harsh Vocals“, wie man sie erzeugt, worauf man achten muss, damit die Stimmbänder nicht in die Knie gehen und so weiter. „Harsh Vocals“ sind der Oberbegriff für alle aggressiven, verzerrten und rauen Gesangstechniken in der Musik. Sie unterscheiden sich deutlich vom sauberen, klassischen Gesang und sind die typischen tiefen und hohen Schrei-Gesänge, die häufig im Metal oder Hardcore-Punk vorkommen.

Metal-Ikone kommt nach Amberg

Den Workshop halten wird keine geringere als die deutsche und international bekannte Metal-Vokalistin Britta Görtz. Görtz ist Frontsängerin der Melodic-Death-Metal-Band Hiraes, die unter anderem auf dem Wacken Open Air, dem Summer Breeze oder der Full-Metal-Cruise gespielt hat. Als Ersatz für Sänger Marcus Bischoff war sie mit Heaven Shall Burn auf Tour und ist häufig als Feature-Sängerin mit anderen großen Bands der Szene zu hören. Außerdem ist sie Extreme-Metal-Vocal-Coach und veranstaltet regelmäßige Workshops. Görtz weiß also, was sie tut. Den Teilnehmern gibt sie eine Einführung in die Techniken des Growlings, Shoutings und Screamings, zeigt die richtigen Atemtechniken, spricht über Stimmkontrolle und gibt ihnen Übungen mit auf den Weg. Wer dabei sein möchte, braucht laut Görtz übrigens keine Vorkenntnisse.

Hartnäckig bleiben

Eine Größe wie Britta Görtz nach Amberg zu holen, passt mit den Zielen des VfB zusammen. „Wir wollen einen Unterschied in der Region machen“, sagt VfB-Vorsitzender Timo Schertel. Er habe die Sängerin über einen Workshop in der Voice-Factory in Augsburg kennengelernt. „Die haben mir da einen kleinen Crashkurs gegeben und mir Britta vorgestellt. Seitdem habe ich verfolgt, was sie so macht“, erzählt er. Er habe der Sängerin dann geschrieben, ob sie nicht einmal Lust hätte, mit einem Workshop nach Amberg zu kommen. „Sie war sofort dabei.“

Allerdings habe es erst ein zufälliges zweites Treffen in der Artist-Area des Summer-Breeze-Festivals gebraucht, damit alles tatsächlich eingetütet werden konnte. „Ich arbeite dort jedes Jahr, und wir haben noch mal drüber gesprochen.“ Mit dem Verein habe er festgestellt, dass es entscheidend sei, „einfach mal ein bisschen frecher zu sein“. „Bei größeren Bands und wichtigen Leuten rentiert es sich, einfach ein paar Mal öfter nachzufragen. Das Schlimmste, das passieren kann, ist, dass du am Ende ein Nein bekommst. Das ist der Kurs, den wir mittlerweile fahren.“

Amberg bekannt machen

Der Verein macht laut Schertel keinen Gewinn mit dem Workshop, es gehe einfach darum, ein neues Angebot zu schaffen. „Wir haben bei uns sehr viele coole Bands. Die sollen auch noch länger Musik machen können. Vielleicht lernen sie so, worauf sie dabei achten müssen, damit die Stimme gesund bleibt.“ Dementsprechend gebe es auch schon einige Anmeldungen von Musikern aus Amberger und Sulzbach-Rosenberger Bands.

Dass es aber auch zu klappen scheint, Amberg für weitere Kreise der Metalszene bekannt zu machen, zeigt ein Blick in die Anmeldungen. Laut Schertel kommen die Teilnehmer nicht nur aus Amberg, sondern auch aus Regensburg, Nürnberg und aus dem Raum rund um Weiden. Und der Kurs sei so gut angenommen worden, dass die Plätze für den ersten Termin bereits weg sind und es auch für den zweiten schon Anmeldungen gegeben habe. „Etwas Vergleichbares gibt es nicht in Schwandorf, nicht in Weiden. Wir wollen einfach als VfB den Unterschied machen, unsere Möglichkeiten nutzen und junge Bands fördern.“ Tickets für den Kurs gibt es online.

Der Verein möchte künftig häufiger ähnliche Veranstaltungen anbieten. „Wir müssen jetzt mal schauen, was nächstes Jahr passiert. Aber wir haben viele Leute im Verein, die ihre eigenen Ideen einbringen, und wir arbeiten daran, was sich umsetzen lässt.“

Konzert im Oktober

Am Freitag, 30. Oktober, findet das nächste Konzert des VfB im Trio statt. Dann kommt „Sorcery“ aus Schweden nach Amberg. Sie zählt neben Bands wie „Entombed”, „Dismember” und „Grave” zu den Architekten des legendären schwedischen Death-Metal-Sounds und besteht seit 1986. Ebenfalls dabei ist „Cutthroat“ aus Irland. Sie stehen für kompromisslosen Death/Thrash. Die dritte Band an diesem Abend ist „Doghag“, die Elemente des Doom-Metal und des Hardcore-Punks miteinander vereint. Außerdem dabei sind die Musiker der „Barbecue Bitches“ aus Hersbruck. Schertel: „Die Band ist noch relativ neu. Wir geben ihnen die erste Möglichkeit, mit einer großen Band zusammenspielen zu dürfen.“

 
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