Heimniederlage für den ERSC Amberg: Trotz eines engagierten Spiels im letzten Drittel unterliegen die Wild Lions den Waldkraiburger Löwen in der Eishockey-Bayernliga mit 3:5. Die entscheidende Szene ereignet sich kurz vor dem Schlusspfiff.
Der ERSC Amberg hat zum Jahresauftakt in der Eishockey-Bayernliga gegen die Waldkraiburger Löwen mit 3:5 verloren. Nach einem schwachen Auftaktdrittel waren die Wild Lions in der Schlussphase bis auf einen Treffer herangekommen, kassierten aber 37 Sekunden vor dem Ende den Empty-Net-Treffer zum entscheidenden 3:5.
Beide Mannschaften hatten vorab personelle Ausfälle, auf Amberger Seite waren das die Verteidiger Benjamin Frank und Kilian Mühlpointner, dafür rückte Daniel Krieger in die Abwehr. Für Christian Zessack musste es wie ein Deja Vu gewesen sein: Der ERSC-Trainer fordert stets Konzentration von Beginn an und dann steht es nach zwölf chaotischen Minuten bereits 0:3.
Gästestürmer Jakub Sramek traf schon nach 62 Sekunden relativ unbehindert, dann folgten zwei Überzahltreffer von Santeri Ovaska, wobei die Gäste dafür jeweils nur knapp 15 Sekunden ihres Powerplays benötigten: „Wir haben im ersten Drittel katastrophal verteidigt und billige Gegentore kassiert. Das ist jede Woche das gleiche“, schimpfte Zessack. Noch vor der ersten Pause konnte Lukas Klughardt für den ERSC auf 1:3 verkürzen.
Der Mittelabschnitt stand dann weitgehend im Zeichen der Gastgeber, die zuerst noch eine doppelte Unterzahl zu überstehen hatten und dann selbst im Powerplay durch Roberts Baranovskis auf 2:3 herankamen. Es folgte dann mit die stärkste Phase im Spiel der Lions und gleich mehreren Gelegenheiten auf den Ausgleich: „Wenn du kein Selbstvertrauen hast, hast du auch kein Scheibenglück“, trauerte der ERSC-Trainer den Chancen hinterher. Und in den Amberger Druck hinein war es die persönliche Klasse von Sramek, der kurz vor der Drittelpause zum 2:4 einnetzte.
Der letzte Abschnitt verlief relativ ausgeglichen mit Möglichkeiten auf beiden Seiten, wenn auch nicht immer zwingend. Waldkraiburg hatte weiter spieltechnische Vorteile, der ERSC hielt kämpferisch dagegen. Drei Minuten vor dem Ende wurde es dann wirklich spannend, weil Noel Gardiner auf 3:4 für die Wild Lions verkürzte und diese dann mächtig Druck nach vorne aufbauten, zumal auch noch eine Strafzeit gegen die Gäste ausgesprochen wurden. Weil Zessack zusätzlich Goalie David Kubik zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis nahm, hatte Amberg eine doppelte Überzahl – aber auch ein verwaistes Tor. Genau dort landete dann die Scheibe, nachdem sie Nico Vogl über die Linie druckte. Der EHC-Stürmer war im übrigen an allen fünf Gästetreffern direkt beteiligt. „Jammern bringt nix. Bis Ende Januar, wenn die Playdowns losgehen, müssen wir fit sein“, gab Zessack schließlich als Order aus.
ERSC Amberg – EHC Waldkraiburg3:5 (1:3,1:1,1:1)
Tore:0:1 (2.) Sramek (Vogl, Cejka), 0:2 (6.) Ovaska (Dzerins, Vogl/5-4), 0:3 (12.) Ovaska (Dzerins, Vogl/5-4), 1:3 (19.) Klughardt (Eckl, Baranovskis/5-4), 2:3 (29.) Baranovskis (Walkom, Pronath/5-4), 2:4 (38.) Sramek (Vogl, Cejka), 3:4 (57.) Gardiner (Pronath, Preßl), 3:5 (60.) Vogl (Sramek/4-5.EN)
Strafen:Amberg 8, Waldkraiburg 12 Minuten
Zuschauer: 634